1. Pecha Kucha Forum für Friseure
Josef Buschbacher und Peter Gress haben im Januar 2012 die Akademie für innovative Friseure gegründet. Das Ziel der Akademie ist es, Friseure auf dem Weg vom klassischen Friseur am Stuhl zum Unternehmer mit neuem Aufgabengebiet zu begleiten und zu unterstützen. Am 5. November 2012 findet die erste Jahrestagung der Akademie im Hotel Bristol in Sindelfingen in der Nähe von Stuttgart statt. Vier Referenten präsentieren in den Hauptvorträgen ihre Themen:
Heiner Wettlaufer, Pivot Point Academy – “Mitarbeiter gewinnen und binden”
Joe Ritter, Ritter Consulting – “Bekommst Du, was Du verdienst?”
Peter Gress, Akademie für innovative Friseure – “Erfolgreich als Effectuator”
Ralf G. Nemeczek, Keynote Speaker, Seminarleiter – “Abenteuer Business”
Beim 1. Pecha Kucha Forum für Friseure in Deutschland präsentieren sechs Referenten ihre Themen mit je maximal 20 Folien á 20 Sekunden was einer Gesamtsprechzeit von 6:40 Minuten entspricht. Hier geht es punktgenau zur Sache, die Zeitvorgabe wird nach dem Ende der Sprechzeit rigide durch eine Glocke kundgetan. Auf diese Weise erhalten die Teilnehmer in kurzer Zeit einen Einblick n die Themen gesundheitliche Prävention, Social Media Marketing, Mitarbeitermarketing, Strategie und Theaterpädagogik.
Brautfrisuren zentraler Bestanteil der Gress Friseure Styling Lounge
Über Ostern waren wir in Istanbul. Neben den obligatorischen Sightseeing-Spots hatten wir die Gelegenheit, bei Ali Gür einem Steck-Seminar von Sibel Bircan beizuwohnen. Das war eine höchst interesante Session, die die türkische Brautmeisterin abgeliefert hat. Zielstrebig, schnell, kreativ – drei Segmente ihrer Arbeit mit denen sie pro Jahr 400 Hochzeiten bedient. Das ist eine sehr interessante Zahl, vor allem wenn man ihre Aussage noch in den Ohren hat, dass eine Brautfrisur über 30 Minuten Erstellungszeit kein Geld mehr bringt. Wo sie Recht hat, hat sie Recht! Und mir damit aus der Seele gesprochen!
Zu viel Brimborium, zu wenig Zielführung
Wir verlangen für die Erstellung einer Brautfrisur bisher 85 Euro in der Stunde. Besprechung (eine Stunde), Probefrisur (zwei Stunden) und die tatsächliche Hochzeit (zwei Stunden) verschlingen eine Menge Zeit die wir zwar bezahlt bekommen, aber dafür haben wir auch kaum Brautfrisuren im Unternehmen. Wir brauchen für das was wir leisten viel zu viel Zeit. Es ist schön wenn man mit den Kunden Ideen wälzen kann, aber man sollte mit der Beratung auch zum Abschluss kommen und zügig mit der Arbeit beginnen. Wir müssen uns damit abfinden, dass zwar viel Geld für die Hochzeit ausgegeben wird, die Leistung des Friseurs aber gerne so günstig wie möglich eingekauft wird. Lassen wir also den Spar-Bräuten ihren Willen und kümmern uns um die, die Wert auf unsere Leistung legen. Wie also sieht die betriebswirtschaftliche und die organisatorische Lösung aus?
Frisurenpalette
Zuerst wird es bei uns Pflicht, alle Brautmagazine zu durchforsten und die Frisurentrends zu erspähen. Diese Trends werden in eine festgelegte Anzahl von Styles gebracht, diese trainiert und angeboten. Auf dem Weg dahin lautet die Losung: zehn Basic-Styles erarbeiten, die jeder drauf hat und die den Mainstream abdecken. Von locker lässig bis streng und aufwendig gesteckt. Darüber hinaus sind zwei Stylisten für die Sichtung der Trends verantwortlich, und sie sind auch diejenigen, die die neuen Ideen skizzieren, testen und schnelle Lösungen für das Training finden.
Die zeitliche Komponente
Wie beim Haare schneiden hilft der Einsatz von Übungsmedien. Der technische Aufbau der Basic-Styles wird exakt definiert, die Arbeitsschritte festgelegt und die Abläufe auf Zeit trainiert. Innerhalb von vier Wochen muss jede Frisur in 30 Minuten erstellt werden können. Dazu ist es notwendig, dass genügend Übungsmedien, Ständer und Arbeitsmaterial vorhanden sind. Die Planung sieht auch hier eine zu Beginn exakt festgelegte Materialauswahl wie Haarklemmen, Haarnadeln, Übungsschmuck, Gummis und so weiter vor, damit die Kosten im Rahmen bleiben. Nachdem wir genügend Kompetenz aufgebaut haben planen wir die nächsten Schritte.
Ziel
Der 12.12.2012 ist ein begehrter Hochzeitstermin der uns noch mehr Betrieb als im normalen Dezember bringen wird. Dieses Datum ist auch der Start des Hochzeit-Styling-Projekts. Es bleibt genügend Zeit, um sauber zu planen, zu trainieren und ein anständiges Marketing zu machen. Wenn wir das Brautprojekt zum laufen gebracht haben wird es auch leichter sein, die Ballsaison zu bestücken. Wir brauchen keine Wedding- und Ball-Lounges, sondern das Können, um richtig tolle Styles in kürzester Zeit zu erstellen.
Azubi-Marketing
Bei einer Ausbildertagung sagte Andreas Schneider, Ausbildungsleiter des Maschinenproduzenten Trumpf in Ditzingen, dass die Unternehmen in Zukunft Bewerbermappen für die Bewerber brauchen werden. Dem stimme ich zu. Gemeint ist, dass sich Unternehmen zukünftig gezielt um Bewerber bemühen müssen. Das wird auch im Friseurhandwerk so kommen! Seit dem Höchststand von 40.454 Auszubildenden im Jahr 2008 sank die Zahl der Bewerber bis 2010 auf 34.742. Ich bin auf die Zahlen 2011 gespannt, denn ich erwarte einen weiteren Rückgang, der sich in den nächsten Jahren kontinuierlich fortsetzen wird. Der Wunsch der Eltern nach schulischer Höherqualifizierung ihrer Kinder wird immer dringender, und zusätzlich kündet die demographische Entwicklung für die nächsten Jahre von weniger Kindern.
Schülerzahlen
Insgesamt sind die Schülerzahlen seit 2004 zwar kontinuierlich gesunken, die Hauptschule leidet aber am meisten unter dem Rückgang von Schülern. Grund dafür ist das schlechte Image der Hauptschule. Eltern befürchten schlechtere Ausbildungschancen und Berufsaussichten und eine höhere Gefahr von Arbeitslosigkeit. Dagegen nehmen die Übergangsquoten auf die Gymnasien zu. Sie liegen derzeit bei etwas über 40 Prozent, die Quote der Realschulen liegt nahezu unverändert bei knapp 40 Prozent.
Während nur 21 Prozent der deutschen Viertklässler auf eine Haupt-oder Werkrealschule wechseln, sind es bei Kindern mit Migrationshintergrund stolze 49 Prozent. Der Rückgang von Hauptschülern ist indes nicht nur ein baden-württembergisches Problem. Alle Bundesländer suchen derzeit nach Lösungen in ihrer Schullandschaft. Wir werden sehen, wie sich die Entwicklung in Baden-Württemberg nach den grün-roten Plänen entwickelt. Fakt ist jedoch schon heute, dass es wesentlich weniger Bewerberinnen und Bewerber für den Friseurberuf gibt.
Neue Inhalte in der Friseurausbildung
In der öffentlichen Wahrnehmung ist noch nicht angekommen, dass große Friseursalons und Filialbetriebe Unternehmen sind, die professionell gemanagt werden müssen. Zum professionellen Auftreten von Unternehmen gehören auch die Inhalte der Ausbildung. Es ist mir zu einfältig, Billigketten und deren Behandlung und Bezahlung der Mitarbeiter als Prügelknaben herzunehmen. Sie sind nicht verantwortlich die für die Misere des Berufsstandes. Die haben wir uns in der Vergangenheit selber eingebrockt. 70 Prozent der ausgebildeten Friseurinnen und Friseure sind nach fünf Jahren nicht mehr in ihrem Beruf tätig. Die haben wir völlig umsonst ausgebildet, wenn man denn überhaupt von “ausgebildet” sprechen kann. Diese Situation ist ein Armutszeugnis für die ausbildenden Unternehmen, denn die Energie, die Kosten und die Zeit die hier sinnlos verpulvert werden kann man nicht gutheißen.
Der Zentralverband der Friseure spricht noch von einer eindrucksvollen Ausbildungsquote, allerdings bin ich von der Qualität der Bewerber nicht gerade beeindruckt. Ich befürchte, dass wir in den kommenden Jahren hart um die klarsichtigen, zielgerichteten und motivierten jungen Bewerber für unseren Beruf kämpfen müssen. Dafür sind zum einen hochwertigere Inhalte der Friseurausbildung notwendig, was in der Folge für einen weiteren Rückgang der Bewerberzahlen sorgen wird. Dafür wird die Qualität steigen. Das ist unausweichlich, weil der Friseurberuf sonst ein Auffangbecken von nicht für den Friseruberuf geeigneten Jugendlichen werden wird.
Was ist Azubi-Marketing?
Als Friseurunternehmen haben wir drei Marketingkanäle, mit denen wir Zielgruppen ansprechen: 1.) Kunden, 2.) Auszubildende, 3.) Mitarbeiter. Wir bieten unseren Kunden Nutzen und Mehrwert, dasselbe Anrecht haben Auszubildende und Mitarbeiter. Ein wichtiger Faktor ist die Veränderung in den Köpfen von Ausbilderinnen und Ausbildern. Viele agieren nach dem Motto: „Warum soll es Dir in der Ausbildung besser gehen als mir?“ Daumen drauf und erst mal Dreck fressen lassen. So kann das nicht mehr funktionieren. Als Unternehmer sind wir verpflichtet, unseren Azubis den Spaß an der Arbeit nahe zu bringen, sie aufzubauen und ihre Motivation zu fördern. Stärken stärken muss das Motto sein, damit die Schwächen schwächer werden.
Wir müssen unsere Azubis so aussuchen, als würden wir sie bis zur Rente beschäftigen. Unser Denken muss vollkommen auf die höchst mögliche Qualifizierung der jungen Menschen ausgerichtet sein, damit wir den höchst möglichen Nutzen für unsere Kunden und Gäste erzielen können. Denn darin liegt ja der Sinn des Unternehmens: Gästen, Mitarbeitern und Auszubildenden höchsten Nutzen zu bieten. Deshalb müssen wir im Falle der Ausbildung die Anforderungen an die jungen Menschen so hoch wie möglich ansetzen, damit dieses Ziel auch erreicht werden kann. Es darf einfach nicht sein, dass man die falschen Spieler aufs falsche Spielfeld setzt, denn dort sind sie nicht effektiv.
Ein Friseurunternehmen ist von fähigen Mitarbeitern abhängig. Wenn wir die Chance vergeben, aus jungen Menschen fähige Mitarbeiter zu formen sind wir selber schuld, wenn wir eines nicht zu fernen Tages keine Mitarbeiter mehr auf dem freien Markt finden. Denn mit der Ausbildung ist es wie mit finanziellen Investitionen. Wer nichts einzahlt darf auch keine Zinsen erwarten.
Marketing
Um von der jungen Zielgruppe überhaupt wahrgenommen zu werden brauchen Unternehmen Social Media Plattformen wie Facebook. Facebook eignet sich hervorragend für de Akquise von Ausbildungsbewerbern.
Die Firmen-Website ist ein weiteres wichtiges Marketinginstrument. Wir bauen unsere Webseite in den kommenden Monaten sukzessive zu einem Informationszentrum für Bewerber aus. Hier finden sich alle Informationen und Links, die zur umfassenden Information für Jugendliche und ihre Eltern dienlich sind. Mit dieser Seite vernetzen wir Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien im Landkreis Esslingen, bieten also beim Erstkontakt einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung. Es finden sind auch Vorlagen für ein ansprechendes Bewerberschreiben, einen korrekt aufgebauten Lebenslauf sowie weitere Tipps rund um die Bewerbung.
Bildungspartnerschaften mit Schulen sind ein sehr gutes Mittel, um direkt mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Möglich sind beispielsweise die exklusive Teilnahme an schulinternen Berufsinformationstagen, die Vorstellung des Unternehmens an Elternabenden, die bevorzugte Behandlung bei Werbeschaltungen in Schulpublikationen.
Business-Organisationen wie die bundesweit organisierten Wirtschaftsjunioren Esslingen bieten über Mitarbeit in ihrem Programm “Stufen zum Erfolg” Kontakt zu Schulen.
Wir haben Anfang 2012 einen Ausbildung-Flyer produziert und an alle Schulen im weiteren Stadtgebiet Esslingen zur Verteilung versandt. Des weiteren können Schulen bei uns Plakate bestellen, auf denen wir über QR-Codes auf unsere Webseite verlinken, damit Schüler unsere Informationen abrufen können.
Flechten, Stecken, Make-up bei Gress Friseure
Es ist eine Freude! Wir stecken und flechten wieder, mehr als je zuvor!
Was ist der Grund?
Im September 2010 war eine meiner Kundinnen bei einer Hochzeit eingeladen. Thema: Dirndl für die Madln und Tracht für die Bubn. Während ich ihre Haare flechte sprechen wir über den Cannstatter Wasn, die Festzelte und die Enntwicklung, dass die schwäbischen Damen und Herren die den Wasn besuchen, mittlerweile in Tracht dorthin gehen. Man stelle sich vor: Tracht in Stuttgart! München lässt grüßen.
Wasengeflecht
Daraufhin habe ich mit unserem Styling und Make-up Spezialisten Ahmet Sarimehmet das Projekt Wasengeflecht gegründet. Ahmet hat sich ein Interview zum Thema Flechtfrisuren auf dem Wasen bei Barbara Scherrer vom SWR 1 ergattert, das Foto-Shooting hat ein paar schöne Styles hervor gebracht und der Flyer kam gut an. 22 Kunden haben sich aus dem Stand flechten lassen, das verbuchen wir als Achtungserfolg. Als nächsten Termin haben wir das Cannstatter Frühlingsfest im Auge, und für den Wasen 2012 produzieren wir wieder neue Flechtfrisuren.
Ein paar Sätze zu Ahmet Sarimehmet und Wasengeflecht
Ahmet ist von Beruf Einzelhandelskaufmann. Er war bis 30.11.2011 bei einem Baumarkt als Disponent beschäftigt. Seit 1. Dezember 2011 arbeitet er halbtags bei Gress Friseure und ist seinem Traum Friseur zu sein wieder ein Stück näher gekommen. Wir planen seine Übernahme in einen vollwertigen Arbeitsvertrag ab dem 1. Januar 2013. Ahmet konzentriert seine Energie auf Styling und Make-up. Er baut mit uns einen neuen Dienstleistungsbereich im Unternehmen auf. Der wird als Profit-Center geführt was eine erhebliche Umgestaltung der Organisation erfordert. Das ist für ein Unternehmen unserer Größe ein Wagnis, denn einen Styling & Make-up Markt müssen wir in Esslingen erst aufbauen. Da gibt es in Deutschland nichts vergleichbares in einer Stadt unter 100 000 Einwohnern.
Seine Aufgabe in diesem Bereich umfasst die fachliche Leitung, die Organisation, die Bestellung der Verbrauchs- und Verkaufsware, die Planung von Foto-Shooting, die Führung der Modellkartei, das Training der Teammitglieder und die konzeptionelle Mitarbeit.
Azubi-Marketing in 10 Minuten
Inhalt meines Kurzvortrags beim Esslinger Service-Slam am Donnerstag, 21. Juli 2011.
Fakt 1: Ab Schuljahr 2012/2013 gibt es in Esslingens Hauptschulen 15 Prozent weniger Schüler. Im Kreis Zollern-Alb sind es 27 Prozent.
Fakt 2: Die Einführung der Werkrealschule reduziert die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber. Es gibt bis zu 75 Prozent weniger Bewerbungen auf dem klassischen Bewerbungsweg per Post oder persönlicher Abgabe.
Fakt 3: Die Lücke lässt sich nicht mit Realschülern und Gymnasiasten füllen, weil das Berufsimage des Friseurs nicht gut genug ist, um Perspektiven für die Zukunft zu bieten.
Immer mehr ausbildende Handwerksunternehmen balgen sich um immer weniger Hauptschüler. Bei 15 Prozent Schülerrückgang können wir uns das Warten nicht mehr leisten, wir müssen handeln! Wenn ein Rohstoff weniger wird, wird er wertvoller und unser Unternehmen muss attraktiv genug für Bewerber sein. Und dazu brauche ich den direkten Kontakt in die Schulen.
Was wir tun 1. Als Mitglied des Förderkreises der Esslinger Wirtschaftsjunioren trainiere ich Hauptschüler in der achten Klasse im Rahmen des Programms "Stufen zum Erfolg" hinsichtlich Auftreten, Kleidung und Verhalten beim Bewerbungsgespräch. Wir geben Tipps wie die Bewerbungsmappe aussehen sollte, inhaltlich wie auch stilistisch.
2. 2011 haben wir zwei Bildungspartnerschaften, mit der Zollberg-Realschule und der Katharinenschule Esslingen (ehemals Burg-, bzw. Schillerschule), abgeschlossen. Die Verträge verpflichten unser Unternehmen zu einer nachhaltig angelegten Kooperation mit den Schulen. Auch Firmen wie Kiesel Bauchemie und Karl Scharpf GmbH & Co. KG nutzen diesen Weg in der Voaussicht auf die Verknappung von Bewerbern. Inhalt der Kooperation sind Hilfsmaßnahmen bei der Bewerbung, Bereitstellung von Praktikum-Plätzen und Mitarbeit bei Berufsinformationsbörsen in den Schulen.
3. Ausbildungsseite auf www.gress.de – Video zur Unternehmensvorstellung – mp3 Datei eines Interviews – alle notwendigen Informationen zur Ausbildung bei Gress Friseure
4. Aufruf an unsere Kunden, ob sie jemanden kennen der gerne eine Friseurausbildung machen möchte.
5. Privates Duales System – Pivot Point Elite School garantiert eine effektive Wissensvermittlung auf hohem Level. Pädagogen mit privatwirtschaftlichen Verträgen lehren die gesetzlich vorgeschriebene Stundenzahl in Gemeinschaftskunde, Wirtschaftskunde und Fachtheorie. Die Fachtrainer sind aktive Friseure aus erfolgreichen Salons die jeden Tag am Stuhl mit Trends, Mode und neusten Strömungen konfrontiert sind. Die dreijährige Private Duale Ausbildung kann direkt mit dem Meisterbrief abgeschlossen werden.
6. Digitale Aktion – Facebook, Twitter, WordPress, Website = (Ausbildungsseite in Planung)
7. Offene Tür für Schüer / Kontakte zu den Lehrern = (System im Aufbau)
8. Schülerpraktika (ganzjährig)
“Das muss man doch wissen!”
Ein Ausspruch den ich selbst aus meiner Ausbildungszeit noch im Ohr habe. Aber woher soll ich als Jugendlicher wissen, wie ein Gast des Hauses richtig empfangen und verabschiedet wird? Wie die Frage nach dem Getränk und dem Lesestoff richtig gestellt wird? Wie der Mantel, das Jackett oder das Cape richtig abgenommen und auf den Bügel gehängt wird? Oder ob ich zum Platz voraus gehe oder dem Gast folge? Welchen Impuls gebe ich ihm, damit er vor mir her läuft? Viele Fragen mit unbefriedigenden Antworten – wenn man als Ausbilder nicht dagegen steuert.
In der Premium-Hotellerie ist eine solche Schulung gang und gäbe, warum also nicht beim Friseur?
Verhaltens- und Serviceschulung für Azubis im Friseurhandwerk
Wir Ausbilder wissen um die Probleme im täglichen Umgang mit anderen Menschen, die den Besuch in unseren Unternehmen positiv abrunden. Wir haben im Laufe der Jahre gelernt wie wir uns verhalten müssen, System Try & Error. Zu überschwänglich, zu verhalten? Forsch, zurückhaltend? Quasseln oder schweigen? Dazu gibt es eine schöne Geschichte aus dem Altertum, in der der Barbier einen Hohen Herrn fragte, wie er denn die Haare geschnitten haben möchte. Dier Antwort des Herren:”Vor allen Dingen schweigend!” Wenn ich mich und manche meiner Mitarbeiter höre, wenn wir richtig gut drauf und begeistert sind, sind wir von diesem Wunsch meilenweit entfernt. Trotzdem, die Jahre bringen das Fingerspitzengefühl, man kennt seine Gäste, lernt grundsätzliche Verhaltensmuster kennen, kategorisiert die Menschentypen in Windeseile und entwickelt Techniken beim ersten Gegenübertreten. Wie lange aber hat’s gebraucht? Viele Jahre, Seminare, Workshops und tägliches Ablauftraining, das wichtige Erfahrungswerte auf die Habenseite schaufelte. Also stellte ich mir eines Tages die Frage, ob ich mir ein Nicht-Training meiner Azubis in einem hoch kompetitiven wirtschaftlichen Umfeld überhaupt noch leisten kann?
Rollenspiel im Workshop
Theoretische Erklärung sind gut, sie dienen als Grundlage für das Verständnis des Ganzen. Lernen geht aber nur in Rollenspielen, im Tun. Unsere Neuzugänge üben die Begrüßung, die Verabschiedung, das aus dem Mantel helfen genauso wie das in den Mantel helfen. Für die Garderobe haben wir ein System entwickelt, das die Namen der Gäste den nummerierten Bügeln zuordnet, damit bei der Verabschiedung jeder Azubi oder Mitarbeiter das Kleidungsstück über den Gästenamen findet. Somit gibt es auch kein Missverständnis über spezielle Bezeichnungen wie Dufflecoat, Trenchcoat, Pelerine, Barbour-Jacke die vielen der Jugendlichen nicht geläufig sind. Im Schwäbischen sind all diese Kleidungsstückt “Kittel”, aber dieser Ausdruck kommt halt nicht so gut, wenn ein teurer Zegna Mantel gemeint ist. Das ausdrehen des Bedienungsstuhl gehört genauso zum Schulungsumfang wie die Frage nach Getränken und Lesematerial. Aufmerksamkeit schulen ist keine Zauberei, sondern eine absolute Notwendigkeit für den Erfolg unserer Unternehmen.
Azubi-Recruiting im Friseurhandwerk
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Auszubildende werden knapp. Nun, ja, denkt sich mancher, Azubiknappheit hat man uns schon öfter angedroht. Bisher konnten sich die ausbildenden Betriebe trotz aller Unkenrufe darauf verlassen, dass der Beruf in der Hitliste der Lehrberufe vor allem bei den jungen Frauen sehr hoch im Kurs stand. Fakt ist aber, dass die Schülerzahl um 1,3 Prozent gesunken und die Entwicklung weiter rückläufig ist. In der Gruppe der Frauen zwischen 15 bis 20 Jahre erwartet das Statistische Bundesamt bis 2060 sogar eine Reduzierung um knapp 40 Prozent. Der Rückgang der Schülerzahlen, höhere schulische Qualifizierung und das schlechte Einkommensimage der Friseure sorgen zukünftig für Problem-Nachhaltigkeit.
Mittlerweile hat es sich auch herum gesprochen, dass nur der, der wirklich gut ausgebildet wird, auch später Chancen im Berufsleben haben wird. Und wie die aktuelle Situation am Friseur-Arbeitsmarkt zeigt, gibt es keine gut ausgebildeten Fachkräfte am freien Arbeitsmarkt die, wenn es sie denn gäbe, sofort einsetzbar wären. Entweder plant man bei einer Einstellung das Risiko des Kundenverlustes schon von vornherein ein und hofft auf schnelle Besserung des fachlichen Kenntnisstandes durch interne Weiterqualifizierung. Oder man muss Geld in die Hand nehmen, um die fehlende Qualifikation hinzu zu kaufen. Beide Situationen sind nicht erquicklich, also bleibt als logische Folge nur die Ausbildung junger Menschen unter dem Dach der Hausphilosophie und der hausinternen hohen fachlichen Qualifikation.
Die Zahl der Auszubildenden geht zurück, und das ist im Grunde genommen gut so. Bisher konnten Friseure Azubis ‘verbrauchen’, zukünftig ist dafür jeder Bewerber zu wertvoll. Was knapp ist, wird geschätzt! Schlechte Ausbildungsqualität spricht sich außerdem an den Schulen und bei den Eltern herum, dabei wird es dem Beruf auf die Dauer gut tun, wenn er weniger Mitwirkende der Grauzone produziert. Friseur ist ein interessanter Beruf mit direktem Kundenkontakt, deshalb sollten geeignete Jugendliche nur von geeigneten Ausbildern unter die Fittiche genommen werden.
Schulabgänger
Die Einführung der Werkrealschule öffnet den Hauptschülern die Tür zur schulischen Höherqualifizierung, nimmt aber gleichzeitig Bewerber aus dem Ausbildungsmarkt. Kombiniert mit der schleichenden Abnahme der Schülerzahlen – bedingt durch den kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang - bleiben immer weniger geeignete Bewerber aus den klassischen Rekrutierungskanälen für eine Friseurausbildung übrig.
Die Weiterqualifizierung über die Werkrealschule werden immer mehr begabtere Hauptschüler in Anspruch nehmen. Das Streben nach einem guten Job, nach sozialem Prestige und letztlich nach einem daraus folgenden gesicherten finanziellen Einkommen wird vor allen Dingen vom Elternhaus forciert werden. Der Friseruberuf braucht deshalb Inhalte, die so interessant sind, dass sie auch den Zugriff auf Realschüler und Gymnasiasten erlauben. Bei diesen Schülern kann man den Fokus auf den betriebswirtschaftlichen Sektor ausdehnen, was insofern Sinn macht, als die Zahl der Filialen in Deutschland ständig steigt und entsprechend mehr Filialleiter mit entsprechender Ausbildung benötigt werden.
Inhalte des Friseurberufs
Neben den klassischen Inhalten ziehen mittlerweile neue oder wieder neu in den Fokus rückende Dienstleistungen, beispielsweise im Bereich Zweithaar mit Perücken, Haarverdichtungen, Haarverlängerungen, im kosmetischen Bereich die Nagelmodellage oder Permanent Make-up die Aufmerksamkeit auf sich. Zusätzlich bietet ein kaufmännischer Ansatz dem Friseurberuf eine breite Basis, um darauf ein hochwertigeres Berufsbild zu stellen. Die Unternehmer unter den Friseuren haben längst begriffen, dass sie über die fachlichen Bedürfnisse Auswahlkriterien definieren müssen, nach denen sie ihre Azubisuche durchführen. Ein klar umrissenes Azubi-Marketing ist die neue Form der Bewerbersuche, die dafür sorgt, dass sich der notwendige Nachwuchs auch in den kommenden Jahren einstellen wird. Kontinuität in der Darstellung an den Schulen ist oberste Pflicht. Die Erfolge werden sich in vielen Fällen nicht sofort zeigen, aber wenn der Anfang getan ist setzt man die folgenden Schritte umso leichter.
Kontakt zur Schule
Ein wichtiger Faktor für lokale Friseurunternehmen ist der Kontakt zu den Schulen in der Stadt oder im Landkreis. Gutes Azubi-Marketing ist in diesem Fall billig, denn es erfordert die persönliche Anwesenheit des Ausbilders oder des Unternehmers nur zu einigen Schulstunden pro Jahr. Die Schulen sind dabei froh um jedes Unternehmen, das ihren Schülern einen Einblick in die reale Geschäftswelt eröffnet und bei Bedarf Praktikumsplätze bieten kann. Die Esslinger Wirtschaftsjunioren bieten dafür das Programm “Stufen zum Erfolg” in verschiedenen Esslinger Schulen an. Ich kann mir vorstellen, dass es ähnlich geartete Programme auch in anderen Städten gibt.
Bildungspartnerschaften
Über die Handwerkskammern kann jedes Handwerksunternehmen Bildungspartnerschaften mit Schulen aufbauen, die vom Grundsatz her dasselbe Ziel verfolgen wie das Programm der Esslinger Wirtschaftsjunioren. Die Handwerkskammern sind sehr daran interessiert, dass Bildungspartnerschaften mit allen Gewerken zustande kommen. Bei der Stuttgarter Handwerkskammer ist es Günter Urbansky, der Interessenten gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Handwerkskammer stellt interessierten Betrieben eine umfangreiche Informationsmappe mit Vertragsmustern, Anforderungsprofil und Praktikumsbescheinigungen zur Verfügung, auch können die Erstkontakte zu den Schulen von der Handwerkskammer organisiert werden.
Allen Aktivitäten an Hauptschulen, Realschulen sowie Gymnasien ist gemein, dass Unternehmen direkten Zugriff auf Bewerber für Praktikums- und Ausbildungsplätze bekommen. Die großen Industrieunternehmen führen diese Praxis schon seit Jahren in den Universitäten durch, um an die besten Köpfe des Landes zu kommen und sie im günstigsten Fall direkt aus dem Hörsaal zu rekrutieren. Die Liga ist zwar eine andere, aber das Ziel ist bei Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung dasselbe: qualifizierte Bewerber zu finden. Friseure können daraus lernen, dass sie ein realistisches Anforderungsprofil für junge Menschen entwerfen, die sie in ihren Unternehmen haben möchten. Nicht umsonst heißt es, dass jeder Chef die Mitarbeiter beschäftigt, die er verdient hat.
Sozialtraining für junge Menschen
In vielen Gesprächen höre ich immer wieder, dass sich zu wenige geeignete Schüler für den Friseurberuf bewerben. Mitarbeit und Verhalten sind nicht mindestens gut, der allgemeine Notendurchschnitt ist schlecht, es gibt kein soziales Engagement und keine Mitgliedschaft im Verein, kein Instrument wird gespielt und der junge Mensch macht auch sonst nichts von dem was wir in ihn hinein träumen wollen. In vielen Familien ist der Jugendliche das einzige Familienmitglied, das einem geregelten Tagesablauf nachgeht. Es erfolgt weder eine familiäre Lebens- oder Initiativanleitung, die muss anderswo herkommen. Wahrscheinlich ist die solide wachsende Basis des Hartz 4 Heeres ein wichtiger Grund dafür, dass wir die jungen Menschen als untauglich für zwischenmenschlich anspruchsvolle Berufe wie den Friseurberuf finden. Aber man darf nicht alle Jugendlichen über einen Kamm scheren, was in unserem Unternehmen zu der Entwicklung des Seminars „Benehmen und Service für Jugendliche mit direktem Kundenkontakt“ geführt hat.
Seit der Einführung des Seminars haben wir in unserem Betrieb eine stabile Basis, auf der Mitarbeiter und Gäste kommunizieren können. Der Empfang, die Verabschiedung, der vor, während und nach der Dienstleistung erfolgende Service – all dies kann man mit jungen Menschen trainieren. In Rollenspielen trainieren sie alle erforderlichen Schritte, die sie in kurzer Zeit beherrschen. Dies ist unsere Reaktion auf die veränderte Situation in den letzten Jahren.
Ich halte nichts davon, permanent zu jammern und Energie für die Suche nach Schuldigen zu verbrauchen, die man doch nie finden wird. Und wenn, was würde es verbessern? Am Ergebnis würde sich nichts ändern: im einen wie im anderen Fall müssen wir selbst es schaffen, unseren Unternehmen die Zukunft zu sichern. Ja, ja, es ist wirklich traurig, dass es ist wie es ist, aber wissen Sie was? Es wird sich nur etwas ändern wenn man es selber macht!
Zum Schluss noch eine Anmerkung verzweifelter Erwachsener in Chaldäa um 2000 vor Christus in Form eines Keilschrifttexts: „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe. “
Welcome World!
Die Private Duale Ausbildung (kurz: PDA) führt direkt zum Fachmeister
Das Private Duale Ausbildungssystem für Friseure hat mit der Integration der Teile 1 und 2 der Meisterprüfung eine weitere Aufwertung und Anerkennung erfahren.
Gress Friseue beginnen im Sommer 2011 mit der Friseurausbildung im Privaten Dualen System. Larissa Schneider und Sara Rogulja, sind die beiden jungen Frauen die diesen neuen Weg gemeinsam mit dem Unternehmen gehen.
Das angebotene staatliche duale Ausbildungsmodell ist mittlerweile wenig effektiv. Bei einem rückläufigem Bildungsniveau der Auszubildenden gelingt es damit nicht, den gesteigerten Ansprüchen von Friseurkunden Rechnung zu tragen. Der Fachkräftemangel ist auch in der Friseurbranche voll angekommen.
Eine gute Wertschöpfung wird im Verdrängungswettbewerb zur zentralen Frage für jedes Friseurunternehmen, und damit parallel die Gewinnung und Bindung geeigneter Mitarbeiter. Um diese Menschen zu gewinnen ist die Idee des Privaten Dualen Systems entstanden. Um mit anderen Branchen in einen aussichtsreichen Wettbewerb um geeignete Schulabgänger treten zu können bedarf es eines attraktiven Ausbildungsmodells, das mit dem Privaten Dualen System nun angeboten wird.
Einen beträchtlichen Mehrwert entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg., „Just in time“ vor Kursbeginn wurden die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen und ein weiterer wichtiger Schritt ist getan: Das Thema anerkannter Abschluss der Ausbildung wurde sehr zur Freude von Schülern und Ausbildungsbetrieben optimal gelöst.
Fachmeister
In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich wurde erreicht, dass alle Absolventen der PDA nach Abschluss der Ausbildung die Prüfung zum österreichischen Fachmeister vor der Wirtschaftskammer in Salzburg ablegen können. Konkret heißt das, die Teile 1 + 2 der deutschen Meisterprüfung werden inhaltlich schon während der 3 jährigen privaten dualen Ausbildungszeit vermittelt und am Ende der Ausbildungszeit durch eine offizielle Prüfungskommission geprüft.
Somit sind die beiden umfangreichsten Teile einer späteren deutschen Meisterprüfung bereits erfolgreich während der Lehre absolviert. PDA-Absolventen müssen, sollten sie aus dem in Österreich bekannten Titel Fachmeister einen deutschen „Vollmeister“ machen wollen, nur noch die Teile 3 und 4 der deutschen Meisterprüfung oder ebenfalls in Österreich, die Module 4 & 5 der österreichischen Meisterprüfung, ablegen.
Das spart nicht nur etwa 50% der Kosten gegenüber dem normalen Meisterkurs, sondern ist de facto auch eine Anerkennung dieses neuen privatschulischen Bildungsgangs als höherwertig gegenüber der normalen Friseurlehre. Denn am Ende steht mit dem Fachmeister ein wertvollerer Titel als der normale Gesellenbrief. Perspektivisch ist geplant, dass ab 2012 das Kursangebot nicht nur am Pivot Point Hauptsitz in Obrigheim (Baden-Württemberg) angeboten wird, sondern sukzessive über das ganze Bundesgebiet ausgedehnt wird. Ab 2015 sollen jährlich etwa 15-20% der Friseurauszubildenden über diesen Bildungsgang qualifiziert werden.
Valera Haartrockner mit Rotocord-System
Seit knapp neun Monaten gibt es den neuen Valera Haartrockner mit dem Rotocord-System. Er ist super leicht, hat mit 1600 Watt einen niedrigen Stromverbrauch, eine extrem flache Düse für exakte Luftführung und eine Weltneuheit zu bieten: eben das Rotocord-System. Bei diesem System handelt es sich um ein Drehgelenk im Kabel, das ein verdrehen effektiv verhindert. Das Drehgelenk ist mit einer Schleifleiste versehen, die einen konstanten Stromfluss garantiert. Wir haben ein Exemplar des Föns im Salon zum Test. Er läuft seit drei Monaten problemlos, die Schalter sind ergonomisch angebracht und die Kalttaste ist einfach und zielsicher zu bedienen. Einige Stürze hat er ohne Schaden überlebt, er läuft nach wie vor – kurzum: es ist ein durchdachtes, professionell umgesetztes Gerät!








